Zu meiner Integration
Natürlich habe ich als Immigrant, der 1992 zur Weiterbildung aus der Türkei in die Schweiz gekommen ist, mit der Integration verschiedene Erfahrungen gemacht.
Gesellschaftliche Ebene
Am Anfang, ich sprach noch nicht so gut Deutsch, war es für mich fast nicht möglich zur Gesellschaft einen Zugang zu finden. Ich habe mich im Kontakt immer blockiert gefühlt. Ich habe mich eher versteckt und in Gesellschaft zurückgehalten. Das war eine schwierige Zeit für mich. Gleichzeitig ist mir bewusst: Ich habe während dieser Zeit studiert, und wurde dabei von meiner Familie auch finanziell unterstützt. Damit hatte ich sicher bessere Startbedingungen, als jemand, der gleich nach seiner Ankunft eine Arbeit finden und etwas verdienen muss. Zugleich hatte ich ein Ziel und, damit verbunden, die feste Absicht, in der Gesellschaft in der Schweiz einen Platz zu finden. Nach drei Jahren habe ich mich dann definitiv entschieden, in der Schweiz zu bleiben. So ist meine zweite Heimat meine Heimat geworden. Ich fühle mich hier Zuhause und zweifle nicht mehr an meinem Entscheid. Dazu möchte ich noch sagen: Wirklich integriert fühlte ich mich erst, nachdem ich die deutsche Sprache einigermassen erlernt hatte.
Wirtschaftliche Ebene
Als Mitinhaber eines Familienunternehmens und seit Beginn 2007 als Berater habe ich gute Erfahrungen mit anderen, einheimischen Geschäftsleuten gemacht. Meine Herkunft spielt bis heute in meinem geschäftlichen Umfeld eine untergeordnete Rolle. Ich bin aber sicher: Als Mitarbeiter irgendeiner Firma – also nicht im Schosse von Familienmitgliedern – wären von mir sicher mehr Integrationsbemühungen abverlangt worden!
Politische Ebene
Mit meiner Rolle als Grossrat im baselstädtischen Parlament erhält das Thema Integration für mich eine erweiterte Bedeutung. Für mich stellt sich jetzt nicht mehr so sehr die Frage nach meiner persönlichen Integration, sondern was ich auf der politischen Ebene zur Integration anderer beitragen kann. Hier spüre ich jetzt meine Verantwortung.


